BODE Chemie GmbH
Arne Roettger
60 % der Händedesinfektionsmittel basieren auf Ethanol. D.h. in einer Pandemie wären 60 % der Mittel nicht verfügbar.
Die HARTMANN GRUPPE begrüßt diese Empfehlung, da sie den hohen Infektions- und Patientenschutz im Gesundheitswesen bestätigt. „Wir halten die Einstufungsempfehlung in Bezug auf den Infektionsschutz für absolut richtig. Ethanol bleibt ein zentrales Element der Infektionsprävention“, erklärt Arne Roettger, Leiter der Division Desinfektion der HARTMANN GRUPPE. Zahlreiche Organisationen auf nationaler und europäischer Ebene hatten sich im Vorfeld entsprechend klar positioniert: Ethanolbasierte Desinfektionsmittel werden seit Jahrzehnten sicher eingesetzt und sind eine tragende Säule der Infektionsprävention in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Laboren in ganz Europa.
Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse gilt Ethanol bei sachgemäßer Anwendung zur Haut- oder Flächendesinfektion als sicher. Belastbare Hinweise auf reproduktionstoxische oder kanzerogene Wirkungen bei äußerlicher Anwendung liegen nicht vor. „Die ECHA hat die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse differenziert berücksichtigt und ist zu einer faktenbasierten, sachgerechten Einordnung gekommen“, so Arne Roettger.
Führende medizinische Fachgesellschaften – darunter die Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Krankenhaus-Hygiene (DGKH), der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), das Robert Koch-Institut (RKI), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie zahlreiche europäische und internationale Expertengremien – hatten sich geschlossen gegen eine CMR-Einstufung ausgesprochen. Die Institutionen betonen, dass ethanolbasierte Desinfektionsmittel essenziell für die tägliche Hygiene in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Laboren sind.
Warum eine Unterscheidung zwischen oraler und dermaler Aufnahme von Ethanol zwingend notwendig ist:
Bei der oralen Aufnahme von Ethanol gelangt der Alkohol direkt in den Blutkreislauf, wird in der Leber abgebaut und kann gesundheitsschädlich wirken. Im Gegensatz dazu wird Ethanol bei der dermalen Anwendung – etwa durch Händedesinfektionsmittel – nur in verschwindend geringen Mengen über die Haut aufgenommen [1,2]. Das Robert Koch-Institut (RKI) vergleicht die Belastung durch Desinfektionsmittel mit dem Ethanolgehalt in Apfelsaft: Selbst bei häufigem Einsatz alkoholischer Händedesinfektionsmittel ist die systemische Belastung geringer als beim regelmäßigen Trinken von Apfelsaft [3].
Auch die inhalative Aufnahme durch Dämpfe von Desinfektionsmitteln führt nachweislich nur zu minimalen Ethanolkonzentrationen im Blut, die weit unterhalb kritischer Werte liegen [1,2].
Fazit: Die Bewertung der gesundheitlichen Risiken von Ethanol muss die unterschiedlichen Aufnahmewege berücksichtigen. Während die orale Aufnahme gesundheitliche Gefahren bergen kann, stellt die äußerliche Anwendung bei sachgemäßem Gebrauch kein relevantes Risiko dar.
Ethanol ist seit Jahrzehnten ein essenzieller Bestandteil in alkoholischen Händedesinfektionsmitteln und trägt maßgeblich zur Verhinderung von Krankenhausinfektionen bei. Jährlich treten in Deutschland rund 600.000 nosokomiale Infektionen auf, von denen 15.000 bis 18.000 tödlich verlaufen [4]. Ethanolbasierte Desinfektionsmittel senken nachweislich diese Infektionsraten und schützen damit Patientinnen, Patienten und medizinisches Personal [5].
Verschiedene Fachgesellschaften sprechen sich klar gegen die Neueinstufung aus. Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Krankenhaus-Hygiene e.V. (DGKH), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) betonen, dass Ethanol bei sachgemäßer Anwendung kein relevantes Gesundheitsrisiko darstellt.
Die Haltung zum Thema "Ethanol" wesentlicher Organisationen aus dem Gesundheitsbereich sind hier zu finden:
[1] Ahmed-Lecheheb D, et al. Dermal and pulmonary absorption of ethanol from alcohol-based hand rub. J Hosp Infect, 2012. 81: 31-35.
[2] Below H, et al. Dermal and pulmonary absorption of propan-1-ol and propan-2-ol from hand rubs. Am J Infect Control, 2012. 40: 250-257.
[3] Epid. Bulettin 2. Mai 2016/Nr. 17 DOI 10.17886/EpiBull-2016-029
[4] Gastmeier P, Geffers C. [Nosocomial infections in Germany. What are the numbers, based on the estimates for 2006?]. Dtsch Med Wochenschr. 2008;133(21):1111-5. https://doi. org/10.1055/s-2008-1077224 PMID: 18478503.
[5] WHO (2009) WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care.
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Product-type 1: Human hygiene products, such as hand disinfectants;
Product-type 2: Disinfectants and algaecides not intended for direct contact with humans or animals; and
Product-type 4: Products used in food and feed areas